Kapitel 4: Pioniere für morgen

Im Folgenden werden Schulen vorgestellt, die schon jetzt zukunftsweisende Konzepte vorweisen können und die beschriebenen Herausforderungen meistern.

Kapitel 4: Pioniere für morgen

Im Folgenden werden Schulen vorgestellt, die schon jetzt zukunftsweisende Konzepte vorweisen können und die beschriebenen Herausforderungen meistern.

Primärbildung

Pionierarbeit im Bereich künstliche Intelligenz

Weiterbildung des Lehrberufs

Stadt-Land-Problematik

Umgang mit Integration und Inklusion an Brennpunktschulen in Großstädten

Fazit: Was man von den Pionieren für morgen lernen kann

Primärbildung

Pionierarbeit im Bereich künstliche Intelligenz

Weiterbildung des Lehrberufs

Stadt-Land-Problematik

Umgang mit Integration und Inklusion an Brennpunktschulen in Großstädten

Fazit: Was man von den Pionieren für morgen lernen kann

Wir haben so viel Wissen in Deutschland, was gutes und modernes Lernen betrifft. Das Problem ist die Verteilung dieses Wissens. Viele Lehrkräfte sind schon vernetzt über die sozialen Medien und tauschen Best-Practice-Beispiele aus. Dafür gibt es bspw. auch das deutsche Schulportal. Die Herausforderung ist, die Beispiele sichtbar und skalierbar zu machen.
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Johanna Börsch-Supan, Vodafone Stiftung

Primärbildung: Wie gehen Schulen mit Digitalisierung um, welche innovativen Modelle und Programme gibt es?

4. Aachener Gesamtschule

Realschule am Europakanal Erlangen

Ørestad Gymnasium in Kopenhagen

Deutsch Skandinavische Gemeinschaftsschule Berlin

Pionierarbeit im Bereich künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz wird im Bildungsbereich zwar viel diskutiert, KI-basierte Lernprogramme und Lehrmittel fanden bisher aber kaum Einzug in die deutschen Klassenzimmer. In anderen Ländern ist KI deutlich verbreiteter: In den USA gibt es Mathe-Klassen, bei denen der KI-Computer je nach Leistungsstand der Schüler tagesaktuelle Stundenpläne entwickelt. Auch in China gibt es bereits diverse „smarte Klassen” und in Japan setzt man auf die Unterstützung von Robotern als Lerntutoren. Als Pionierarbeit im deutschsprachigen Raum gilt die derzeitige Entwicklung des KI-basierten Lehrmittels HyperMind – ein digitales, dynamisch-adaptives Schulbuch, das mittels Eye-Tracking unter anderem die Arbeitsbelastung, Verständnisprobleme und Interessen der Schüler ermittelt, um Lernprozesse kontinuierlich zu erfassen und individuelles Lernen zu ermöglichen. Eine weitere Vorreiterrolle nimmt das Schweizer Unternehmen Dybuster mit seinen KI-basierten Lernprogrammen Orthograph und Calcularis ein. Diese multisensorischen, computergestützten Lernsysteme passen sich dank KI laufend individuell an die Lernenden an. Insbesondere eignen sie sich für legasthene und lernschwache Schüler und können ab der ersten Klasse bis ins Erwachsenenalter eingesetzt werden. Bisher wurden die Programme an rund 600 Schulen in der Deutschschweiz erfolgreich angewandt: So setzt man beispielsweise bereits seit 2012 an der Primar- und Sekundarschule Fehraltorf auf Orthograph und Calcularis, um Schüler mit einer Rechtschreib- und Rechenschwäche gezielt zu unterstützen. Die Programme können von den Schülern mindestens zweimal pro Woche rund 20 Minuten lang zu Hause am Computer als auch während des Unterrichts genutzt werden – unterstützt durch eine Förderlehrperson. Zudem kommt Calcularis auch an der Primarschule Niederglatt zum Einsatz, wo die Lernschritte der Schüler dank der Auswertungsberichte genau diagnostiziert werden können.

Fortbildung muss zur ständigen Aufgabe werden. Eine abstrakte Fortbildungspflicht wird nicht viel bringen. Effektiv sind Fortbildungen von Gruppen in kleinen, aber regelmäßigen Einheiten als begleitendes Coaching. Ziel ist immer die Verbesserung der täglichen Arbeit in der Schule. In diesem Sinne verstehen sich bspw. auch die Fortbildungen in unserem Netzwerk SCHULEWIRTSCHAFT.
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Donate Kluxen-Pyta, BDA

Wir beobachten in unseren Fortbildungen, dass viele Lehrkräfte im Wesentlichen nach Bausteinen suchen, die sich 1:1 im Unterricht einsetzen lassen. Flexibilität, Gestaltungsspielraum und Neugierde bleiben dabei auf der Strecke.
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Johanna Börsch-Supan, Vodafone Stiftung

Weiterbildung des Lehrberufs: Wie werden Lehrkräfte in ihrer Weiterentwicklung unterstützt?

Heliosschule Köln

Deutsche Schulakademie

Stadt-Land-Problematik: Wie wird mit den Herausforderungen von demografischem Wandel und Schulschließungen in ländlichen Regionen umgegangen?

Regionale Schule Penkun

Oberschule Glöwen

Wie wird in Großstädten, besonders an Brennpunktschulen, mit Integration und Inklusion umgegangen?

Campus Rütli, Berlin-Neukölln

Gebrüder-Grimm-Schule in Hamm

Bildungslandschaft Altstadt-Nord

Fazit: Was man von den Pionieren für morgen lernen kann

  1. An der Digitalisierung führt kein Weg vorbei. Aber sie muss sinnvoll gedacht werden: nicht nur das Bereitstellen von Infrastruktur und Devices, sondern auch die Weiterbildung von Lehrkräften ist essenziell.
  2. Wissensvermittlung wird offener. Die Tendenz geht hin zu offenen Lernräumen und flexiblen Raumkonzepten, die sich den Bedürfnissen der Schülerinnen und den verschiedenen Lernsituationen anpassen können. Offene Schulen beziehen außerschulische Initiativen ein.
  3. Wissensvermittlung wird ganzheitlicher. Immer wichtiger wird die Aufgabe der Schule, Schülerinnen und Schüler auf das Leben vorzubereiten: auch soziale Kompetenz, Selbstverantwortung und Berufsorientierung müssen einen festen Platz im Bildungsplan einnehmen.
  4. Lernen wird individueller und gemeinsamer. Individuelles Lernen, Projektarbeiten und -wochen nehmen zu. Gemeinsames Lernen erhöht die sozialen und emotionalen Kompetenzen, führt zu mehr Chancengerechtigkeit und zu mehr Spitzenleistungen.
  5. Zum entscheidenden Kriterium für erfolgreiche Schulen wird ein neue Lernkultur. Es geht um eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler, innovative Unterrichtskonzepte, motivierte und gut ausgebildete Pädagogen und attraktive Rahmenbedingungen.